Geschichte Ortsteil Tröbigau

Tröbigau mit seinen heute 350 Einwohnern und den 344 ha Fläche ist der kleinste Ort der Gemeinde. Von der Anlage des Ortes ist Tröbigau ein Waldhufendorf mit Gutsblöcken. Aus der Flurform darf man seine Gründung um 1200 vermuten, die erste verbürgte Erwähnung des Ortes datiert um 1412. Die Namensherkunft lässt sich nicht eindeutig klären. Am wahrscheinlichsten ist jedoch dir bereits 1374 in einem Zinsregister nachweisbare Verbindung zu einem sorbischen Personennamen, woraus man „Ort des Trebech“ ableiten kann. Als ursprüngliche Existenzgrundlage diente sicher die Landwirtschaft, vielleicht auch das Pechsieden. 1586 lebten im Ort mit 12 „besessenen Mann“ (Landwirtschaft betreibende Hufenbesitzer) insgesamt rund 80 Einwohner. 1764 wohnten nur noch acht „besessene Mann“, aber auch 16 Häusler hier. Die Hauptbeschäftigung der Häusler mag die Leinenweberei gewesen sein. Nach und nach wurde die Steinindustrie Haupterwerbszweig, anfangs durch Bearbeitung der im Gelände verstreuten Blöcke. Mit dem „Tröbigauer Berg“ wurde 1840 der erste Steinbruch im Klosterberggebiet eröffnet. Aus den in der Folgezeit erschlossenen Brüchen wurde der „Demitzer Granodiorit“ in alle Welt exportiert. Der „Tröbigauer Bruch“ (Opitz) entstand im Zusammenhang mit dem Bau des Eisenbahviadukts in Putzkau. Nach Kriegsende 1945 wurde der Großgrundbesitz des ehemaligen Vorwerks (Rittergutes) und der auf unserem Territorium liegende Besitz der ehemaligen Firma Sparmann & Co. mit einer Gesamtfläche von 94,2 ha enteignet. Aus diesem Bodenfond wurden neun kleinbäuerliche Betriebe aufgestockt, sechs Neubauernstellen entstanden, etwa 60 Bürger bzw. Familien erhielten Landzuteilung. Weiterhin fanden auch 48 Kleingärten ihren Besitzer.

Um die Jahrhundertwende stieg die Einwohnerzahl sprunghaft an, das Maximum lag dann wohl Ende der vierziger Jahre mit reichlich 670 Bürgern. Ältere Ansichtkarten machen deutlich, wie bequem wir heutzutage in Orten wohnen. Viele neue Gebäude sind entstanden, der Wohnkomfort hat sich beträchtlich erhöt. Vor reichlich 100 Jahren, im Oktober 1889, ging die neu erbaute Schule in Nutzung, damals nur der heutige Mittelteil und der rechte Flügel. Zuvor waren die Kinder in Schmölln eingeschult worden. Nach der Erweiterung 1905 unterrichteten zwei Lehrer 160 Kinder in ganzen zwei Räumen. Zur Wiederaufnahme des Unterrichts am 01.10.1945 sahen sich 86 und eine Woche später 106 Kinder in den ersten Wochen einem einzigen Lehrer gegenüber. Diese Zahlen geben angesichts der heutigen Mühen zur Verhinderung von Schulschließungen Anlass zum Nachdenken. Der Lehrbetrieb ging hier bis 1976, schon eher begann die Umschulung der oberen Klassen nach Schmölln. Später dienten die Räumlichkeiten im Erdgeschoss der Freiwilligen Feuerwehr und als Kulturraum. Nach Auflösung der Feuerwehr 1994 erhielt der Jugendclub in einem Raum sein Domizil. Aus ehemaligen Gebäuden des Steinruches Opitz, der 1974 offiziell stillgelegt wurde, schuf die rührige Sparte „Rassegeflügel“ das „Hünerhäusel“. Die dort jährlich von den Spartenmitgliedern organisierten Sommerfeste ziehen selbst ferne Gäste an und sind aus dem kulturellen Leben Tröbigaus nicht mehr wegzudenken.

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