Information über geplante Vorarbeiten für:
Den Netzausbau der Elbe-Oberlausitz Leitung – Neubau einer 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Altwilschdorf – Schmölln
In der Gemeinde Schmölln-Putzkau vom 31.08.26 – 30.10.26
Die 50Hertz Transmission GmbH (50Hertz) plant im Zuge der Energiewende die Umsetzung des Projekts Elbe-Oberlausitz Leitung. Ziel des Vorhabens ist die Sicherstellung der langfristigen Stromversorgung im Großraum Dresden. Hintergrund ist der steigende Strombedarf durch die fortschreitende Elektrifizierung sowie die Ansiedlung und Erweiterung energieintensiver Industrien. Hierfür ist der Ausbau des Höchstspannungsnetzes erforderlich.
Das Gesamtvorhaben umfasst den Neubau einer rund 92 km langen 380-kV-Höchstspannungsfreileitung zwischen den Umspannwerken Streumen, dem neu zu errichtenden Umspannwerk Altwilschdorf im Dresdner Norden und dem Umspannwerk Schmölln. Darüber hinaus werden die bestehenden Umspannwerke Streumen und Schmölln ausgebaut und modernisiert, um den zukünftigen Anforderungen an die Stromübertragung gerecht zu werden.
Die Elbe-Oberlausitz Leitung ist im aktuellen Netzentwicklungsplan 2037/2045, Version 2023, als Vorhaben P625 ausgewiesen. Der Abschnitt Ost des Vorhabens zwischen den Umspannwerken Altwilschdorf und Schmölln befindet sich im Planfeststellungsverfahren. Den Antrag hierzu hat 50Hertz im Juli 2026 bei der zuständigen Genehmigungsbehörde, der Landesdirektion Sachsen, eingereicht. Informationen zum Projekt, dem geplanten Leitungsverlauf und dem Ablauf des Verfahrens finden Sie auf der Projektwebseite unter www.50hertz.com/eol.
Vorarbeiten
Als Vorhabenträger der Elbe-Oberlausitz Leitung beginnt 50Hertz im Rahmen des Genehmigungsverfahrens demnächst mit Voruntersuchungen, konkret mit Vermessungsarbeiten, Baugrunduntersuchungen und Kampfmittelsondierungen, in Ihrer Gemeinde. Die Arbeiten dienen dazu, genaue Kenntnisse über die jeweils vorhandene Bodenbeschaffenheit (physikalische und chemische Eigenschaften des Bodens) und mögliche Kampfmittelbelastungen der für die möglichen Maststandorte relevanten Flächen zu gewinnen. Die mithilfe der Vorarbeiten gewonnenen Daten und deren fachliche Bewertung fließen in den Abwägungsprozess zur Findung des konkreten Leitungsverlaufs ein. Mit den geplanten Untersuchungen ist noch keine Festlegung für einen Leitungsverlauf verbunden. Der konkrete Leitungsverlauf wird erst nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens durch den Planfeststellungsbeschluss verbindlich festgestellt.
Die Untersuchungen finden in unterschiedlichen Bereichen der geplanten 380-kV-Höchstspannungsfreileitung Elbe-Oberlausitz-Leitung Abschnitt Ost statt.
Voraussichtlich werden in der Gemeinde Schmölln-Putzkau folgende Arbeiten durchgeführt:
- Vermessung und vorübergehendes Setzen von Markierungszeichen
- Kampfmittelsondierung und gegebenenfalls Kampfmittelbergung
- Bodenaufschlüsse (Bohrungen und Sondierungen)
Vermessungen und vorübergehendes Setzen von Markierungszeichen
Bevor die Aufschlussleistungen umgesetzt werden können, werden die Untersuchungsstellen durch einen Vermesser abgesteckt (vorübergehendes Setzen von Markierungszeichen). Dabei wird an jedem Maststandort/Ansatzpunkt überprüft, inwieweit dieser durch die eingesetzten Geräte (Bohr- und Sondiergeräte) erreicht werden kann. Hierfür ist es erforderlich, dass die Mitarbeiter der beauftragten Firmen die Grundstücke zeitweilig betreten sowie land- und forstwirtschaftliche Wege zeitweilig befahren.
Kampfmittelsondierung
In Bereichen von Kampfmittelverdachtsflächen muss vor Beginn der Bodenaufschlüsse eine Kampfmittelsondierung durchgeführt werden. Bei positiver Sondierung (Auffinden von Kampfmitteln) müssen diese geborgen werden. Hierfür ist es zunächst erforderlich, dass die Mitarbeiter der beauftragten Firmen die Grundstücke betreten sowie land- und forstwirtschaftliche Wege befahren.
Bodenaufschluss (Bohrung und Sondierung)
Zum Aufschluss des Bodens an den jeweiligen Untersuchungsstellen werden unterschiedliche Geräte und Verfahren eingesetzt. Die Kernbohrungen erreichen dabei eine Tiefe von bis zu 35 m und haben einen Durchmesser von bis zu 220 mm. Hierfür kommt ein Raupenfahrzeug (Gummikettenfahrwerk) mit einem Gesamtgewicht von bis zu 8 t zum Einsatz (Größe ca. 5 x 2 x 8 m L/B/H in Arbeitsstellung). Die Bohrung erfordert eine Bohrspülung, welche ausschließlich mit Wasser erfolgt. Dieses wird in einem Wassertank (ca. 2 m³) auf einem Begleitfahrzeug (bereifter Anhänger) mitgeführt. Der Transport des Bohrgerätes erfolgt mittels Lastkraftwagens.
Die Kleinrammbohrungen und die schwere Rammsondierungen erfolgen durch ein Raupenfahrzeug (Gummikettenfahrwerk) mit einem Gesamtgewicht von ca. 1 t (Größe ca. 2 x 1,2 x 2,25 m L/B/H in Arbeitsstellung). Der Bohrdurchmesser beträgt maximal 80mm und die Bohrtiefe maximal 10 m. Der Transport des Sondiergestänges erfolgt mittels Kleintransporters.
Alle Bohr- bzw. Sondierungslöcher werden unmittelbar nach Fertigstellung des Aufschlusses mit Tonpellets verfüllt.
Zeitraum
Die Maßnahmen in der Gemeinde Schmölln-Putzkau beginnen voraussichtlich ab dem 31.08.26 und enden spätestens am 30.10.26 Der zeitliche Ablauf der Maßnahmen hängt von äußeren Umständen ab, zum Beispiel von örtlichen Gegebenheiten sowie den Boden- und Witterungsverhältnissen.
Art und Dauer der Inanspruchnahme
Für die Baugrunduntersuchungen ist es erforderlich, dass die Mitarbeiter der von 50Hertz beauftragten Firmen die betroffenen Grundstücke zeitweilig betreten sowie land- und forstwirtschaftliche Wege befahren. Darüber hinaus wird es auch erforderlich sein, Flächen vorübergehend zu nutzen, zum Beispiel um erforderliche Geräte, Fahrzeuge, Werkzeuge und Materialien abzustellen sowie an- und abzutransportieren. Es wird sichergestellt, dass die Anfahrt zu den Bohrpunkten über den kürzesten Weg mit den geringsten Beeinträchtigungen und Auswirkungen für den Eigentümer bzw. Bewirtschafter erfolgt. Bei sehr ungünstigen Witterungs- und Bodenverhältnissen im Untersuchungszeitraum kann es zum Zwecke des Bodenschutzes im Einzelfall erforderlich werden, die Zuwegungen zu den Untersuchungsstellen durch Maßnahmen des Wegebaus (z. B. Legen von Druckverteilungsplatten) vorzubereiten. Bei allen Maßnahmen achten 50Hertz und die beauftragten Firmen darauf, etwaige Beeinträchtigungen der betroffenen Grundstücke so gering wie möglich zu halten.
Die schwere Rammsondierung und die Kleinrammbohrung dauern voraussichtlich wenige Stunden, während für die Rotationskernbohrung jeweils ein bis drei Tage zu erwarten sind. Die Untersuchungen sind nicht an jedem einzelnen Standort in vollem Umfang notwendig und finden jeweils in zeitlichem Abstand zueinander statt. Welches Verfahren für den Bodenaufschluss genutzt wird, wird auf Grundlage der konkreten Umstände vor Ort entschieden. Es kann daher sein, dass auf den einzelnen Grundstücken nur ein Teil der Arbeiten verrichtet oder diese mehrfach betreten und befahren werden müssen.
Die Flurstücke, welche für die Vorarbeiten in Anspruch genommen werden sollen, sind in der Anlage 1 aufgelistet.
Beauftragte Firmen
Die Baugrunduntersuchungen erfolgen im Auftrag von 50Hertz durch die G.U.B. Ingenieur AG, NL Berlin. Diese setzt für die Felduntersuchungen die Firmen exact erkunden + vermessen GmbH und Tobias Grimm Geotestbohrtechnik ein. Änderungen bei den ausführenden Firmen bleiben ausdrücklich vorbehalten.
Gesetzesgrundlage
Die Berechtigung zur Durchführung der oben beschriebenen Maßnahmen ergibt sich aus § 44 Absatz 1 Satz 1 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG). Eigentümer, Pächter und sonstige Nutzungsberechtigte werden hiermit gem. § 44 Absatz 2 Satz 1 EnWG mit einer ortsüblichen Bekanntmachung über die erforderlichen Vorarbeiten informiert.
Ansprechpartner für Ihre Fragen
Für Fragen können Sie Sich an einen unserer Mitarbeiter des zuständigen Regionalzentrums Ost der 50Hertz wenden:
Herr Oscar Meinel
Tel. +4915116018571
E-Mail: oscar.meinel@50hertz.com
Anhang
In der hier dargestellten Tabelle finden Sie einen Überblick mit allen Flurstücken, welche durch die Vorarbeiten in der Gemeinde Schmölln-Putzkau in Anspruch genommen werden (mit Angabe der Inanspruchnahme).
| Kreis | Gemeinde | Gemarkung | Flst_Nr. | Zuwegung | Bohrung/ Sondierung |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 1117 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 362 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 366 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 378 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 397 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 398 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 594/16 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 594/9 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 600/2 | X | X |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 600/3 | X | X |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 605 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 606 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 671/2 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 682/1 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 683 | X | X |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 848/1 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 850/a | X | X |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 873 | X | |
| Bautzen | Schmölln-Putzkau | Schmölln | 874 | X |